Asien

Indische Pilger in Saudi-Arabien gestrandet

Die fortdauernden Attacken der Huthi auf saudische Flughäfen haben Folgen: Tausende islamischer Pilger aus Indien sitzen in Saudi-Arabien fest und können nicht zurückkehren. Denn ihre Fluggesellschaften haben die Flüge ausgesetzt. Über RT baten einige von ihnen jetzt die indische Regierung um Hilfe.
Indische Pilger in Saudi-Arabien gestrandetQuelle: www.globallookpress.com © Saudi Press Agency/Keystone Press Agency

Die Umra ist gewissermaßen die die kleine Schwester der Haddsch. Im Gegensatz zur großen Pilgerfahrt zu den in Saudi-Arabien gelegenen heiligen Stätten des Islam ist sie nicht verpflichtend und kann jederzeit erfolgen. Diejenigen Pilger, die derzeit die Umra vollziehen, haben die Reise nach Mekka und Medina freilich zu einem geopolitisch denkbar ungünstigen Zeitpunkt unternommen.

Seit Wochen bombardieren die jemenitischen Huthi immer wieder saudische Flughäfen. Das führt dazu, dass die Flughäfen zeitweilig geschlossen werden müssen. Viele Fluggesellschaften haben ihre Flüge nach Saudi-Arabien gleich ganz ausgesetzt. Tatsächlich ist der Aufenthalt der Pilger in den saudischen Flughäfen nicht ungefährlich. Bei einem Angriff auf den internationalen Flughafen König Fahd in Dammam wurde am Mittwoch ein indischer Staatsbürger getötet. Es gab außerdem zwei Verletzte.

Dieser Umstand trifft Tausende indische Pilger, die nach vollzogener Umra in Saudi-Arabien gestrandet sind. Einige von ihnen haben sich nun an RT gewandt, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Sie erhoffen sich davon, dass sich die indische Regierung stärker als bisher für die Ermöglichung ihrer Rückkehr engagiert. Auch in Indien verbliebene Familienmitglieder der Gestrandeten appellieren an ihre Regierung, bei der Rückführung der Pilger zu helfen.

Denn die Flugausfälle können noch mindestens bis in die nächste Woche hinein andauern. So hat die indische Fluggesellschaft IndiGo am Freitag bekannt gegeben, die Stornierungen der Fluge nach Dschidda, Medina und Dammam bis zum 27. Oktober verlängern zu wollen. Flüge in die saudische Hauptstadt Riad bleiben sogar bis zum 31. Oktober gestrichen. Ähnlich hält es die Fluglinie Akasa Air, die ihre Flüge nach Riad und Dschidda ebenfalls bis zum 27. Oktober eingestellt hat.

Rund 3.000 Pilgern gelang es Informationen des indischen Außenministeriums zufolge in der vergangenen Woche, auf andere Flüge umzubuchen. Mehr als 10.000 weitere konnten per Linienflüge ausreisen. Doch nach Schätzungen des indischen Abgeordneten Asaduddin Owaisi sitzen noch rund 4.000 Pilger in Mekka und Medina fest. Er forderte deshalb gestern das indische Luftfahrtsamt auf, größere Flüge zu erlauben oder Zusatz-Flüge zu organisieren, um den Pilgern die Rückkehr zu ermöglichen.

Immerhin, ganz ohne Unterstützung bleiben die Pilger nicht. Mohammed Yahad, ein in Medina gestrandeter Pilger, erklärte RT, er sei in Sicherheit und stehe in Kontakt mit seiner Familie. Sein Reisebüro sorge für seine Verpflegung und seine Unterkunft. Von der indischen Botschaft habe sich jedoch bei ihm und seiner Gruppe noch niemand gemeldet.

Auch besonders hilfsbedürftige Menschen sind unter den Pilgern, so etwa der Bruder und die Schwägerin von Parveen Ansari. Beide sind sprachbehindert, und ihre Familie hatte zunächst Schwierigkeiten, die in Saudi-Arabien festsitzenden Angehörigen zu erreichen. Immerhin versorgt auch in diesem Fall das Reisebüro die Gestrandeten mit dem Nötigsten. Dennoch fordert Ansari mehr Engagement von der indischen Regierung. Diese solle mit der saudischen Regierung sprechen und ein Lösung für das Problem finden.

Kiren Rijiju, der indische Minister für parlamentarische Angelegenheiten und Minderheitenfragen, betonte wiederum am Freitag, die indische Regierung kümmere sich um die Gestrandeten. Auch Randhir Jaiswal, der Sprecher des indischen Außenministeriums, erklärte, die indischen diplomatischen Vertretungen in Saudi-Arabien kämen den dort verbliebenen Pilgern zu Hilfe. Man sei bereits im Gespräch mit Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern, um die Rückreise der in Saudi-Arabien Verbliebenen zu ermöglichen.

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