Deutschland

Importpreise steigen kräftig – neuer Inflationsdruck aus dem Ausland

Ein Frühindikator für Inflation verheißt nichts Gutes: Die Importpreise sind im Juli erneut deutlich gestiegen. Vor allem die Preise für Energie sind Preistreiber. Die Ursachen für den Preisdruck, der absehbar auf die Verbraucherpreise durchschlagen wird, liegen in den vielfältigen geopolitischen Konflikten.
Importpreise steigen kräftig – neuer Inflationsdruck aus dem Ausland© urheberrechtlich geschützt

Die Preise für nach Deutschland importierte Waren sind im Juli deutlich gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte, lagen die Importpreise 6,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Bereits im Mai hatte der Anstieg 6,8 Prozent betragen, im Juni waren es 6,1 Prozent. Gegenüber Juni legten die Importpreise im Juli nochmals um 0,2 Prozent zu.

Haupttreiber sind weiterhin Energie und industrielle Vorprodukte. Energieimporte verteuerten sich innerhalb eines Jahres um 26,4 Prozent. Besonders stark stiegen die Preise für Mineralölerzeugnisse. Sie legten im Schnitt um 47,5 Prozent zu, Diesel und leichtes Heizöl sogar um 52,4 Prozent. Für Benzin musste 50,3 Prozent mehr als vor einem Jahr bezahlt werden. Auch Erdöl, Erdgas und Strom wurden deutlich teurer. Destatis führt die Entwicklung maßgeblich auf die Folgen des Iran-Krieges und die dadurch gestiegenen Energiepreise zurück.

Auch bei industriellen Vorleistungsgütern zeigt sich erheblicher Preisdruck. Sie verteuerten sich gegenüber Juli 2025 um 10,2 Prozent. Besonders stark stiegen unter anderem die Preise für Nicht-Eisen-Metalle, Kupfer, Edelmetalle und Aluminium. Selbst ohne Energie lagen die Importpreise noch 4,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Ohne Erdöl und Mineralölerzeugnisse betrug der Anstieg 5,4 Prozent.

Für die Inflationserwartungen in Deutschland ist das ein Warnsignal. Importpreise wirken sich nicht unmittelbar eins zu eins auf die Verbraucherpreise aus. Auf Dauer steigt jedoch der Druck, die höheren Kosten an Handel und Verbraucher weiterzugeben. Besonders Energie und Vorprodukte haben dabei eine breite Wirkungskette: Sie verteuern Produktion, Transport und Logistik und können damit auch die Preise zahlreicher Waren sowie Dienstleistungen nach oben treiben.

Entscheidend ist deshalb, dass der Preisanstieg nicht allein auf Energie beschränkt bleibt. Dass die Importpreise auch ohne Energie deutlich zulegen, deutet auf einen breiteren Kostendruck in der deutschen Wirtschaft hin.

Zu erwarten ist zudem ein Preisanstieg bei Lebensmitteln. So stieg beispielsweise der Weizenpreis deutlich an. Die Gründe dafür sind vielfältig. In den USA wird eine Missernte erwartet. Russland schneidet die Ukraine vom Schwarzen Meer und damit von einer wichtigen Transportroute für ukrainischen Weizen ab. Die Schließung der Straße von Hormus hat schwerwiegende Folgen für die Ernährungssicherheit der Welt. Auch im Falle einer vollständigen Öffnung werden die Nachwirkungen noch für einen längeren Zeitraum zu steigenden Preisen führen.

Bemerkenswert ist zudem der Anstieg der Exportpreise: Deutsche Ausfuhrpreise lagen im Juli 4,2 Prozent über dem Vorjahresniveau – der stärkste Anstieg seit Februar 2023. Das kann die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen belasten, zeigt aber zugleich, dass ein Teil der gestiegenen Kosten über höhere Verkaufspreise weitergegeben wird.

Die neuen Zahlen und das aktuelle geopolitische Umfeld sprechen insgesamt für eine hartnäckigere Inflation. Sollten die Energiepreise infolge des Iran-Krieges weiter hoch bleiben und die höheren Kosten zunehmend auf Verbraucher umgewälzt werden, wird sich der Preisanstieg beschleunigen.

Mehr zum Thema – Steigende Weizenpreise durch den Ukraine-Krieg – Folgen erreichen die Weltmärkte

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.